Bei Panantukan (auch als Suntukan bezeichnet oder wörtlich übersetzt Schlägerei) handelt es sich um ein Nahkampfsystem. Der Unterschied bei Panantukan gegenüber dem Boxen in der westlichen Kultur liegt darin, dass man neben den herkömmlichen im Boxen benutzen Haken, Jabs sowie Uppercuts auch Schläge mit dem Knie, den Ellenbogen, mit der Schulter, mit dem Arm, Kopfstöße oder auch Low Kicks anbringen kann. Außerdem wird versucht, den Gegner dabei aus dem Gleichgewicht zu bringen, um damit dessen Stand zu brechen.

Panantukan wird auch als sogeanntes „Dirty Boxing“ ( das schmutziges Boxen übersetzt) bezeichnet, weil es keinem sportlichen Regelwerk unterliegt und auch nicht wettkampfkonform ist und zu schweren Verletzungen führen kann.

Ursprung und Herkunft

Der Ursprung liegt im philippinischen Kali (Kampfsportart aus den Philippinen) und dem Boxen in den westlichen Ländern. Bei dieser Kampfart wird darauf trainiert, den Gegner zu verwirren, abzulenken und zu absorbieren, um dadurch Hohlräume zu erhalten, durch die man dann selbst zuschlagen kann. Hierbei handelt es sich um ein waffenloses Kampfkunst-System, das alle für den Kampf wichtigen Aspekte der waffenlosen Verteidigung beinhaltet.

Bei dem Erlernen von diesen Techniken wird auch großen Wert auf die Verinnerlichung der Umsetzung gelegt. Dazu gehören zum Beispiel die Schnelligkeit, das Timing, die Sensitivität, die Stärke, das Gleichgewicht, die Koordination, das Durchhaltevermögen sowie die Entschlossenheit. Ebenso wird hier im Training auch Wert auf dynamische Angriffe, Drills, Flows, Schlagkombinationen, Konter und Gegen-Konter sowie auf das Sparring gelegt. Das Endziel ist es hierbei, alle die erwähnten Techniken in einem „Flow“-Fluss“ dann fortlaufend anwenden zu können.

Bei Panantukan werden, wie bereits erwähnt, alle Körperwaffen (wie zum Beispiel Kopfstoß, Knie, Ellenbogen, etc.) eingesetzt. Dadurch entstehen unterschiedliche Möglichkeiten, die zum Ziel führen können und somit kampfentscheidend sind. Hierbei ist hier das Besondere, dass hier versucht wird, die Angriffshand des Gegners außer Gefecht zu setzen (zum Beispiel durch Brechen oder Ausrenken, etc.),um daraus dann einen entscheidenden Kampfvorteil zu ziehen.

Panantukan hat auch eine Beeinflussung auf das Profi-Boxen ausgeübt

Eine der erfolgreichsten Boxer auf den Philippinen war Ceferino Garcia. Er hat im Jahr 1939 den US-Amerikaner Fred Apostoil in New York besiegt und hat damals auch den Weltmeistertitel im Mittelgewicht errungen. Hierbei hat sich damals Garcia genau an die Regeln des Profi-Boxens gehalten. Gracia beherrschte jedoch auch die raueren Kampftechniken seines Heimatlandes. Vor seiner Entdeckung als Profi-Boxer hatte er auf einer Zuckerplantage auf den Philippinen gearbeitet und hatte dann durch das Schlagen des Zuckerrohres mit einer philippinischen Machete (der Bolo) auch viel Kraft gewonnen und beherrschte dann auch die Kombination aus Uppercut und Haken, die auch beim Panantukan zum Einsatz kommt.

 

Das westliche Boxen ähnelt dieser Kampfsportart. Doch dort sind Techniken enthalten, die jedoch im Profi-Boxsport vom Gesetz her verboten sind. Im Boxsport sind Schlägen an die Schläfen oder in den Unterleib oder Ellenbogenstöße nicht erlaubt. Auch im Gegensatz dazu stehen im Boxsport die Gegner nur selten als Duellanten gegenüber. Beide bewegen sich hier dynamisch im Raum und versuchen den toten Winkel beim Gegner für überraschende Angriffe auszunutzen. Aber für Ceferino Garcia war die Beherrschung dieser Kampfsportart eine gute Ausgangslage für seine spätere Profi-Boxsport-Tätigkeit.

Bewertung: 5 / 5. Bewertungen: 2

We are sorry that this post was not useful for you!

Let us improve this post!

Tell us how we can improve this post?

Lukas Ebersbach
Wir berichten hier über verschiedene Themen. Sollten Sie Fragen zu einem Beitrag haben, können Sie uns gerne kontaktieren.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here